Die Knappenkirche St. Anna

Der Brixner Bischof Kaspar Ignaz von Künigl hat am 30. Oktober 1722 für die Knappen des Pfunderer Bergwerks einen Feldaltar geweiht. Am 26. Juli 1726 wurde von Pfarrer Vigilius von Coreth mit Erlaubnis des Trientner Bischofs eine erste kleine Kapelle, die wohl in der Nähe des Oberhauses stand, geweiht.

Diese war aber sofort zu klein, sodass schon 1736 der heutige frühbarocke Bau mit abgesetztem Chor und dem kleinen Turm errichtet wurde.

1934 wurde das weitab gelegene Kirchlein ausgeraubt, im Oktober 1964 ein weiteres Mal geplündert und verwüstet. 1986/87 wurde dieses idyllisch gelegene Juwel mitten im Wald anläßlich einer außerordentlichen Renovierung zumindestbaulich wieder instandgesetzt. Die reiche Innenausstattung aus der Barockzeit kam leider nicht mehr zurück.

Diese Kirche war über 150 Jahre lang das religiöse Zentrum der Knappen, im Besonderen der St.-Barbara-Bruderschaft, welche 1772 vom Papst Klemens XIV. einen eigenen Ablassbrief erhalten hat. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde hier eine wöchentliche Messe gefeiert, zunächst samstags, ab 1840 dienstags. Der Hochaltar von 1728 aus Stuckmarmor mit vier Säulen, bewegtem Gebälk und einem skulpturreichen Volutengiebel ist 1964 seiner schönen Barockstatuen beraubt worden. Das vorhandene Altarblatt ist eine Kopie. Das Original von 1772 hängt in der Pfarrkirche. Dieses Ölbild ist kulturhistorisch wertvoll: es zeigt in der Mitte das Bergwerk mit einem Bremsweg; vorne sitzen links der Evangelist Johannes und rechts der hl. Daniel mit einem Löwen; darüber schwebt die Muttergottes mit dem Jesuskind, die links auf ihre Mutter Anna den Arm legt; rechts davon kniet die Bergknappenpatronin Barbara.

Der Seitenaltar mit einem zarten Rokoko-Volutenrahmen wurde 1772 angefertigt. Das Maria-Hilf-Bild und die vielen Statuetten sind 1964 verschwunden. Die beiden Glocken, die schon in der ersten Kapelle hingen, wurden 1728 von Josef Grasmair in Brixen gegossen.

 

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