Die erste urkundliche Erwähnung

Alsbald war das Villanderer Silber eine ansehnliche Bereicherung für das Stift, das 1142 der legendäre und selige Hartmann zusammen mit dem Säbener Burggrafen Reginbert gegründet hatte. Im Jahre 1177 bestätigte Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Venedig diese Schenkung, die dadurch erst Rechtskraft erhielt.

Zwölf Jahre später belehnte Barbarossa den Bischof Heinrich III. von Brixen (1178–1196) und dessen Nachfolger mit den im stiftischen Gebiet befindlichen Silbergruben, von deren Ertrag dem Kaiser allerdings die Hälfte ausgehändigt werden musste.

Am 21. Dezember 1217 erweiterte König Friedrich II. die Rechte des Hochstiftes, indem er durch eine Urkunde auf dem Reichstag zu Nürnberg alle Silber-, Metall- und Salzgruben, die in seinem Gebiet gefunden würden, dem Brixner Bischof Bertold I. von Neifen (1216–1224), verlieh und ihm somit das volle Recht über den Bergbau zuerkannte.

Am 7. Dezember 1452 stattete Kaiser Friedrich III. das Hochstift Brixen ebenfalls mit einigen den Bergbau betreffenden Freiheiten aus. Zu diesem Zeitpunkt war der bekannte Kardinal Nikolaus Cusanus Bischof von Brixen (1450–1464). Auch eine Urkunde aus dem Jahre 1331 spricht vomSilberbergwerk auf Villanders. Allerdings ist unklar, ob diese bzw. frühere Urkunden sich auf den Bergbau am Pfunderer oder am Villanderer Berg beziehen.

Das Bergwerk wechselte in den Geschichtsbüchern auch einige Male den Namen. Um 1300 wurde das Bergwerk bei Klausen nach dem im 12. Jht. erbauten Schloss Garnstein (oder Gerstein) benannt. Die Tatsache, dass im abgelegenen Thinnetal, am Fuße des Bergbaugebietes, eine Festung erbaut wurde, deutet auf die Wichtigkeit das Bergwerkes hin.

1330 heißt es in einer Urkunde „(Heinrich) erlaubt haben ze paun und ze arbeiten den ganch des silberaereztes üf dem perg ze Vilanders, da unten an stözzt der hof ze Pfunt“  (Pfunderer). Dieser liegt an der ostseitigen Abdachung des Berges auf einer Meereshöhe von 1315m und erstmals im Jahre 1332 als „Phunt“-Hof Erwähnung findet. Auch der Pfunderer Berg trug früher den Namen „Phunt“-Berg.

 

Die geografische Lage des Bergbaugebietes >

Die geografische Lage des Bergbaugebietes

Der Thinnebach wird zum Großteil durch das Wasser der ausgedehnten Weiden, Wiesen und Moore der Villanderer Alm gespeist, wo ebenfalls Bergbau betrieben wurde. Die Stadt Klausen wurde wiederholt durch Hochwasser und Schuttmassen aus dem Thinnetal heimgesucht, was schwere Schäden verursachte. Wo im Thinnetal der Plankenbach in den Thinnebach mündet, steht auf einem Felsvorsprung das Schloss Garnstein, das in der Geschichte des Bergbaus eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hat. Das Gebiet Bergwerk Villanders, das heute größtenteils zur Gemeinde Villanders gehört, gilt als eines der ältesten und zugleich bedeutendsten Bergbaugebiete Tirols und besaß auch ein eigenes Berggericht. Das Abbaugebiet vom Bergwerk Villanders lag hauptsächlich an dessen steiler und bewaldeter Nordostflanke, „Rotlahn“ genannt. Der Abbau auf der Villanderer Alm, der wesentlich älter als der am Bergwerk Villanders sein dürfte, hat sich vor allem am Seeberg und am Sam abgespielt.

Wenn das unscheinbare, tief eingeschnittene Thinnetal heute kaum noch von Bedeutung ist, so spielte es in der Landesgeschichte immer wieder eine gewichtige Rolle. Der Thinnebach war nämlich seit jeher eine wichtige Grenze. Er trennte seit 1027:

  • die Diözesen Brixen und Trient,
  • die alten Grafschaften Bozen und Norital,
  • später die Gerichte Villanders und Latzfons-Verdings bzw. Klausen sowie
  • das Hochstift Brixen und die Grafschaft Tirol.

Dies führte wiederholt zu erbitterten Grenzstreitigkeiten zwischen den einzelnen Parteien, nicht zuletzt wegen der unmittelbaren Nähe des Bergwerks. Allerdings stellte der Thinnebach nicht in seinem gesamten Verlauf die Grenze dar, so dass es immer wieder zu Neuvermessungen und zur Aufstellung von Marksteinen kam.

Ein Teil an der rechten (südlichen) Seite des Baches gehörte noch zum Fürstbistum Brixen, was an und für sich nichts Besonderes wäre, wenn nicht gerade in diesem Gebiet die Erzlagerstätten des Bergwerks Villanders liegen würden. So grenzten Brixen und die Grafschaft Tirol also inmitten des Bergbaugebietes aneinander. Mit jedem neuen Erzfund wurde die Grenzfrage wieder akut. Dies mag auch die Erklärung dafür liefern, dass in dieser abgelegenen Gegend eine Burg (Garnstein) errichtet worden war.

 

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16. Jahrhundert – Die Blütezeit >

16. Jahrhundert – Die Blütezeit

Cusanus stand immer im Gegensatz zum damaligen Tiroler Landesfürsten Herzog Sigismund dem Münzreichen. So auch in der Bergwerksfrage. Es kam sogar zu gewaltsamen Übernahmen der Gruben, weil beide auf ihre Rechte aus alten Abmachungen pochten.

Erst mit dem Tod von Nikolaus Cusanus (1464) kehrte Ruhe ein. Seine Nachfolger fügten sich den Vorstellungen des Landesfürsten, was bedeutete, dass das Bergwerk an Bergwerksunternehmer (Gewerken) verliehen wird und die Einnahmen je zur Hälfte geteilt würden.

Diese vermögenden Gewerken hatten die finanziellen Mittel um Bergbau zu betreiben, ganz zum Unterschied zu den Landesfürsten, die stets unter chronischer Geldnot litten. Die Abgaben an den Landesfürsten von seiten der Bergwerksunternehmer waren zweierlei: Fron und Wechsel. Die Fron bestand in der Einbehaltung eines jeden zehnten Kübels vom abgebauten Erz, das heißt, jede zehnte Füllung gehörte dem Landesfürsten. Der Wechsel hingegen war eine Abgabe vom geschmolzenen Silber. Diese Einnahmen waren für den Landesfürsten lebenswichtig.

Mit dem Ende der Streitereien und der vertraglichen Verankerung konnte der Bergwerksbetrieb bei Klausen voll anlaufen. Es begann die Blütezeit des Pfunderer Bergwerkes. Die zwei aus Schwaz bekannten Gewerken Hans und Georg Stöckl, die bei Klausen ein Hüttenwerk mit zwei Öfen besaßen, und Hans Paumgartner aus Augsburg betrieben damals den Erzabbau.

Aus dem Jahre 1513 hören wir, dass Hans Stöckl und Hans Paumgartner den Landesfürsten daran erinnerten, dass sie das „kleine und unordentliche Bergwerk“ am Pfunderer Berg in die Höhe zu bringen suchten, so dass jetzt „etlich hundert Mann“ beschäftigt seien. Neben den Paumgartner und den Stöckl waren auch die Fugger aus Augsburg am Pfunderer Bergbau beteiligt. Der Schwerpunkt desFuggerschen Bergbaus lag allerdings bei Schwaz, die Beteiligung der großen Handelsfirma in Klausen war dagegen weniger bedeutend und nur zweitrangig.

Die Stadt Klausen profitierte natürlich Stark vom Aufschwung des Bergwerks. Man bekam ein eigenes Berggericht und der Bergbau bot Arbeit genug. Hunderte Bergknappen, aber auch andere Berufe erlebten eine Blütezeit.

Wie sah der Abbau damals aus? Sprengungen mit Hilfe von Schwarzpulver (und die Technik des sog. “Schlenkerbohrens”) wurden erst sehr spät eingeführt. Bis dahin wurde praktisch jeder Stollen mit Hammer und Meißel geschlagen. Eine sehr mühsame Angelegenheit, ein Bergknappe schaffte pro Tag ungefähr 4cm. Die natürlichen Gegner der Bergknappen waren damals das Wasser, die Belüftung und die Dunkelheit. Da so etwas wie “Fachliteratur” praktisch nicht vorhanden war musste man sich die Techniken selbst aneignen, es entstanden ausgetüftelte Abwasser- und Belüftungssysteme.

Die Erze wurden dann zu Tage befördert, wo fast vor jedem Stollen ein Schwefelofen errichtet war, dort wurden die Erze vorgeschmolzen. Das geschmolzene Erz nannte man Röster. Ein solcher Schwefelofen fasste an die 2000 Kübel Roherz und der Ofen brannte ungefähr 17 – 18 Wochen je nach Wetterlage.

 

Später wurden die Erzröster auf dem Erzweg nach Klausen gebracht, dort stand auf der Frag ein großer Erzkasten, wo die Erze verhüttet wurden. Von dort wurden die Erze in Säcken auf Karren (Grateln) zur Schmelzhütte nach Sulferbruck (Eingang ins Villnössertal) gebracht. Dort waren 6 Stichöfen (ein Hochofen, ein Krummofen, ein Probierofen, ein Zinkofen, ein Rostflammofen und ein Kalkofen) für die Rohschmelzung.

Jährlich wurden ungefähr ca. 16 Tonnen Kupfererze, und 100 kg Silber aufgebracht.

Im ausgehenden 16. Jahrhundert geriet der Silberbergbau in ganz Tirol in eine Krise, die auch Klausen schwer traf. Die Bedeutung des Pfunderer Bergwerkes schwand rapide.

Schon vorher kam es zu Streitereien zwischen den Gewerken der Paumgartner, Stöckl und Fugger.

Zudem erließ in dieser Zeit der Kaiser eine Verordnung, die dem Bergwerksgebiet den Todesstoß gab: Es durfte fast kein Holz mehr gefällt werden. Die Wälder rundherum waren fast zur gänze abgeholzt, da ein Bergwerk eine Unmenge an Holz braucht. Einmal zur Erzeugung von Holzkohle für die Schmieden und Schmelzöfen, zum Anderen als Stützmaterial für die Stollen.

 

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Familie Jenner in Klausen >

 

 

Familie Jenner in Klausen

Die Familie der Jenner stammte aus Savoyen und war seit dem 16. Jahrhundert in Klausen ansässig. Matthias Jenner wurde 1631 als Sohn des Christoph Jenner, Bürgermeister und Wirt “am Pem ” und der Maria Peisser in Klausen geboren.

Von 1659 bis 1677 wirkte Jenner als Pfarrer und Dekan in Fügen. lm Auftrag des Brixner Bischofs engagierte er sich sehr bei der Lösung einiger Probleme in der Abtei St. Georgenberg Fiecht und lernte dabei den Orden der Benediktiner kennen.

In seinem Pfarrbezirk wurde er auch mit dem Bergbau konfrontiert. Er entschloß sich, in den Hohen Tauern nach Gold und am Bergwerk Villanders nach Silber schürfen zu lassen.

Im Jahre 1677 wurde Jenner Spitalverwalter und Dekan in Klausen. Zwei Jahre später bekam er eine Domherrenstelle in Brixen. Bereits 1681 beganner seinen Plan, in Säben ein Kloster zu gründen, in die Tat umzusetzen. Das nötige Kapital für dieses Projekt stammte hauptsächlich aus den Erträgen des Bergwerks Villanders , welchem er zu einer zweiten kleineren Blütezeit verhalf. In dieser Zeit wurde auch die Erzschmelzhütte am Ausgang des Villnößtales (Schmelze -Sulferbruck) und der stattliche Ansitz Seebegg in Klausen erbaut.

Im Jahre 1681 bat Jenner Bischof Paulinus Mayr (1677-1685), auf Säben ein Haus bauen zu dürfen. Als Architekt wollte er den “beriernbten ” Peter Delai aus Bozen verpflichten. Nachdem der Bischof den Plan

genehmigt hatte, entschloß sich Jenner, dort Nonnen aus dem Benediktinerinnenstift Nonnberg bei Salzburg anzusiedeln. Auf dieses Frauenkloster war er gekommen, weil dort zwei seiner Cousinen als Klosterfrauen eingetreten waren. So trat Jenner mit der Äbtissin Johanna Franziska von Rehling in Verbindung, die dem Plan wohlwollend gegenüberstand.

Im November 1686 wurde die Gründungsurkunde ausgestellt und Frau Agnes Zeiller zur Priorin ernannt. Am feierlichen Eröffnungsakt nahmen auch der Brixner Weihbischof Wilhelm Vintler sowie Vertreter des Domkapitels und des Hofrates teil.

Bis dahin galt es aber noch so manche Schwierigkeiten zu überwinden. Die ersten Schwestern kamen bereits während er Bauzeit und hatten es nicht leicht. Es fehlte an allem. Das Essen mußte aus Klausen gebracht werden. Die Wasserversorgung war äußerst dürftig. Es gab keine geistliche Führung. Nichtsdestoweniger meldete sich bald der erste langersehnte Spiritual. Es handelte sich um P. Christoph Jäger aus St. Lambrecht. Durch den Tod des Brixner Bischofs Paulinus Mayr im September 1685 erlitt das Kloster einen schweren Schlag. Das Domkapitel, das für dieses Projekt nie große Sympathien hegte, begann wieder Schwierigkeiten zu machen. Es informierte den Erzbischof von Salzburg über unzumutbare Zustände auf Säben, so daß dieser sogar die Nonnen aufforderte, wieder an die Salzach zurückzukehren. In dieser verzweifelten Lage wandte sich Jenner an Johann Franz von Khuen (1685-1702), den neuen Bischof von Brixen, der sich sogleich für das Kloster einsetzte und erreichte, daß die Nonnen weiterhin auf Säben bleiben konnten.

Im Jahre 1691 starb Matthias Jenner. Vor dem Hochaltar der Säbener Abteikirche fand er seine letzte Ruhestätte. Laut Überlieferung waren seine letzten Worte: “Seeben, Seeben”.

Sein Bruder Michael Jenner führte seine Geschäfte weiter und wurde 1696 vom Kaiser in den Adelsstand erhoben.

 

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Die Familie Fugger >

Die Familie Fugger

Bild: Jakob Fugger

 

Am Pfunderer Bergbau waren die Fugger auch beteiligt, der Schwerpunkt des Fuggerschen Bergbaus blieb allerdings immer bei Schwaz. Die Beteiligung in Klausen war weniger bedeutend und nur zweitrangig. Am 1. Januar 1522 hatte Jakob Fugger bereits Hans Stöckl dessen Hälfte, die dieser mit Hans Paumgartner im Klausner und Rattenberger Berg- und Schmelzhandel besaß, um 3.000 Gulden abgekauft.

Jakob Fugger und nach ihm sein Neffe Anton Fugger ließen zusammen mit Hans Paumgartner die Gruben Landskron, St. Elisabeth, Unser Frauen Himmelfahrt, Heilig Kreuz, St. Georg im Rosstal, St. Daniel, St. Stephan und St. Christoph zu Garnstein bearbeiten. Der Landesfürst hatte Anteile an der Grube St. Georg.

Nachdem Anton Fugger 1527 die Bergwerksanteile des Jobst Engensteiner an den Gruben St. Elisabeth und St. Anna dazugekauft hatte, trat ihm auch Hans Paumgartner seine Anteile an diesen Gruben ab, wodurch der Fuggersche Einfluss auf den Klausner Bergbau erheblich wuchs.

Zur Sammlung und Lagerung der Erze aus diesem Bergrevier hatten die Fugger am südlichen Ende von Klausen „auf der Frag“, einen Erzkasten. Von hier wurden die Erze zuerst nach Sterzing, später nach Grasstein (zwischen Sterzing und Brixen) zur Verhüttung geführt, doch die schwindende Rentabilität des europäischen Bergbaus machte auch den Fuggern zu schaffen. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ziehen sich die Fugger nach und nach als Gewerken aus dem Bergbau zurück und der staatliche Bergwerkshandel übernimmt die fuggerschen Abbaue.

Familie Fugger

 

Familie Jenner in Klausen

Aufschließung >

Aufschließung

Die Fundstelle und den darauf errichteten Einbau in Form eines Stollens oder eines Schachtes nannte man „Fundgrube“.

Solche Fundgruben kann man heute noch am Seeberg auf der Villanderer Alm finden. Unweit des prähistorischen Schmelzplatzes befindet sich ein   e breite Mulde mit drei Bergseen, von denen zwei nur seicht sind, während der dritte, der Schwarzsee, ziemlich tief zu sein scheint. Dort findet man noch einige gemauerte Stolleneingänge und Abräumhalden. Der Bach der von den Seen in Richtung Sarntal abfließt, trägt heute noch den Namen „Knappenbach“. Auch beim Bergwerk Villanders gibt es einen als Fundgrube bezeichneten Stollen aus unbekannter Zeit. Er liegt auf circa 1410 m Meereshöhe. Der Einbau besteht aus einem sehr breiten, bergein neigenden Tagverhau, dem große Mengen erzhaltigen Gesteins entnommen wurden. Dies ist der höchstgelegenste Stollen vom Bergwerk Villanders.

Das Hauptabbaugebiet vom Bergwerk Villanders, „Rotlahn“ genannt, wurde im Laufe der Jahrhunderte durch zahlreiche Stollen „durchlöchert“, die ein Streckennetz bis zu 1800 m erreichten (Katharina-Stollen).

Ursprünglich war man wohl auf der Suche nach den Edelmetallen Gold, Silber und Kupfer, in späteren Jahrhunderten hat man sich schließlich realistischerweise auf Kupfer und Zink beschränkt. Interessant ist, dass die höhergelegenen Grubenbaue älter sind als die tiefergelegenen, das heißt sie wurden in abnehmender Höhe angelegt.

 

Die Familie Fugger

Die Knappenkirche St. Anna >

Die Knappenkirche St. Anna

Diese war aber sofort zu klein, sodass schon 1736 der heutige frühbarocke Bau mit abgesetztem Chor und dem kleinen Turm errichtet wurde.

1934 wurde das weitab gelegene Kirchlein ausgeraubt, im Oktober 1964 ein weiteres Mal geplündert und verwüstet. 1986/87 wurde dieses idyllisch gelegene Juwel mitten im Wald anläßlich einer außerordentlichen Renovierung zumindestbaulich wieder instandgesetzt. Die reiche Innenausstattung aus der Barockzeit kam leider nicht mehr zurück.

Diese Kirche war über 150 Jahre lang das religiöse Zentrum der Knappen, im Besonderen der St.-Barbara-Bruderschaft, welche 1772 vom Papst Klemens XIV. einen eigenen Ablassbrief erhalten hat. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde hier eine wöchentliche Messe gefeiert, zunächst samstags, ab 1840 dienstags. Der Hochaltar von 1728 aus Stuckmarmor mit vier Säulen, bewegtem Gebälk und einem skulpturreichen Volutengiebel ist 1964 seiner schönen Barockstatuen beraubt worden. Das vorhandene Altarblatt ist eine Kopie. Das Original von 1772 hängt in der Pfarrkirche. Dieses Ölbild ist kulturhistorisch wertvoll: es zeigt in der Mitte das Bergwerk mit einem Bremsweg; vorne sitzen links der Evangelist Johannes und rechts der hl. Daniel mit einem Löwen; darüber schwebt die Muttergottes mit dem Jesuskind, die links auf ihre Mutter Anna den Arm legt; rechts davon kniet die Bergknappenpatronin Barbara.

Der Seitenaltar mit einem zarten Rokoko-Volutenrahmen wurde 1772 angefertigt. Das Maria-Hilf-Bild und die vielen Statuetten sind 1964 verschwunden. Die beiden Glocken, die schon in der ersten Kapelle hingen, wurden 1728 von Josef Grasmair in Brixen gegossen.

 

< Aufschließung

Der Niedergang >

Der Niedergang

Unwetterschäden beim Pucher

August 1921

Doch es dauerte nicht lange, dass ein Unwetter das Thinnetal heimsuchte und die Straße zum Teil wegriss. Es dauerte 15 Jahre bis sich die österreichische Regierung entschloss die Thinnetalstraße wieder herzurichten und infolgedessen den Bergbau aufs neue ins Leben zu rufen. Kurz vor dem 1. Weltkrieg lies Österreich das Bergwerk endgültig auf.

Nach dem Krieg kam das Bergwerk in italienischen Besitz. Ein neuer Stollen (Viktor Emanuel – Stollen) wurde angeschlagen, in der Hoffnung auf eine große Erzausbeute. Doch wieder war es höhere Gewalt die dem Bergbau still-legte. 1921 suchte eines der größten Unwetter die Gegend um Klausen heim. Wiederum wurde die Straße und auch das Pochwerk größtenteils zerstört. Auch Klausen litt schwer unter der Überschwemmung. Angesichts dieser Umstände stellte der italienische Staat den Bergwerksbetrieb ein.

Lediglich im Zuge des 2. Weltkrieges wurden nochmals Arbeiten im Franz und Viktor Emanuel Stollen von neun italienischen und einem deutschen Knappen durchgeführt. Dies waren die letzten ordentlichen Knappen im Bergwerk Villanders  am Pfunderer Berg.

 

Die Knappenkirche St. Anna